Am 3. Juley im Jahre 2009 machten wir uns also auf den Weg in den hohen Norden, entgegen brennender Hitze passierten wir die Elbe bei Hamburg und erreichten schon bald darauf Brande-Hörnerkirchen um dort für 2 Tage einem ganz besonderem Spektakel beizuwohnen - dem Hörnerfestival. Was klingt wie eine heidnische Veranstaltung ist auch eine solche! Bei reichlich Met, Feuerfleisch und Klängen von Sackpfeiffen über Violinen bis hin zu gitarrenlastigen Pagan-Riffs bewegten Tänzerinnen schlangengleich ihre Hüften beim Feuertanz für hunderte Schaulustige und boten Krämer ihre Waren auf dem mittelalterlichen Markt pfeil. Hier gab es neben herkömmlichen und sehenswerten Trink- und Rufhörnern, allerley Lederwaren und verschiedenster Schmiedekunst vom Kerzenhalter bis zu Schwert und Axt auch Kleider und Tücher feinster Qualität. Für das leibliche Wohl sorgten der Grill, dessen Speisen einen Wohlgeruch über das ganze Lager legten, sowie der Metausschank und natürlich unsere eigenen Vorräte.
Alle Bands, die Ihre Musik zum besten gaben, konnten das Fußvolk vom Hocker reißen und wenigstens mit dem Kopf mitnicken lassen. Uns hat insbesondere Volkstrott, Fejd, Saltatio Mortis, Heidenlärm und Wolfmare begeistert - die Nackenschmerzen haben mich noch ein zwei Tage über das Festival hinaus an deren Auftritte erinnert. Unser Lager hatten wir mit einem Grill in der Mitte sehr gemütlich eingerichtet, um uns zwischend den Auftritten auszuruhen und Kräfte zu sammeln bei Fleisch, Bier und Met. Und wer nicht wollte, brauchte auch nicht traditionell ungewaschen sein, denn die Veranstalter haben Duschen und andere Waschmöglichkeiten bereit gestellt. Lediglich die Dixies ließen nach 2 Tagen ziemlich zu wünschen übrig.
Alles in allem also ein sehr gelungenes Festival => und wir freuen uns schon alle auf das nächste Hörnerfest … Skål!
Am 13.06. fand das alljährliche Zita-Rock-Festival im Herzen Spandau’s statt. Nach einigen Startschwierigkeiten erreichte ich bei schönstem Sonnenschein auf zwei motorisierten Rädern mit etwas Verspätung die Zitadelle und traf nach kurzer telefonischer Koordination Streffi, die noch völlig k.O. und heiser vom Zeraphine-Auftritt war, und Zman. Im Laufe des Tages gab es noch den einen oder anderen Smalltalk mit Freunden wie Wumpy oder dem Feuerteufel, die ebenfalls das Festival besuchten.
Nach Tanzwut, Zeraphine und Diary of Dreams spielte mein persönlicher Favorit Project Pitchfork gefolgt von Oomph. Diese beiden Bands haben wir uns auch aus der Nähe angesehen. Der Headliner Unheilig konnte mich allerdings - wie erwartet - nicht vom Hocker reißen.
Insgesamt war es - auch dank des Wetters - ein sehr gelungener Tag im alten Mauerwerk bei guter Musik, ausreichend Restalkohol und mit guten Freunden.
Die Sonne steht hoch und gnadenlos über einer Lichtung westlich der Havel nahe eines Ortes, den die Krämer später “Nauen” nennen werden. Kein Wind geht durch die Blätter der uralten Eichen am Dorfrand von Gannahall - dem Semnonendorf, in dem wir uns gerade befinden - und selbst die Wölfe liegen fernab im Schatten der Bäume zu müde von der Wärme zum Jagen oder Heulen. Lediglich der unermüdliche Schlag des Hammers auf dem Schmiedeeisen durchdringt die Mittagshitze in fortwährendem Takt, denn in Zeiten wie diesen, ist kein Mann mehr wert als sein Schwert! Das Land ist geradezu zerfressen von Plünderungen, Kriegen und Aufständen - wo Römer auf Slawen und Germanen treffen, die den Widerstand für ihre Freiheit, Weib und Kind aufrecht erhalten, und mit einem Lächeln und Valhall vor Augen in den Tod gehen, wenn sie dadurch ihre Feinde in die Hölle schicken können.
Plötzlich schneidet sich ein Schrei gleich einem Pfeil durch die heiße Luft, ein letzter hastiger Schlag und der Hammer ruht, Männer greifen ihre Waffen, Metall klappert, Pferde wiehern und ihre starken, schweren Hufe prasseln wie im Takt eines Siegesliedes in donnerdem Getöse auf die trockene Erde nieder und hinterlassen eine Wand aus Staub und Ungewissheit.
Nur wenige Augenblicke später treffen die Krieger aus Gannahall bei einer Brücke über einen Seitenarm der Havel auf ihre Rivalen und die nächsten Sekunden entscheiden über Sieg und Niederlage - Leben und Tod.
Knapp 2000 Jahre später am 1. Mai stehen sich wieder Krieger an diesem Ort bei glühender Hitze gegenüber - gepanzert in Harnisch, Helm und Wams.
“Linie” - die Schilde in Vorhalte marschieren sie aufeinander zu. Vorn die Schwerter und kurzen Äxte, hinten die Langwaffen. Kämpfer aus verschiedenen Epochen und Landstrichen mit unterschiedlichstem Gerät bewaffnet treffen hier aufeinander und zeigen auf eindrucksvolle Weise - salopp kommentiert - , wie der Kampf vor 2000 Jahren hätte aussehen können.
Weiter vorn im Lager wird gefeiert bei Met, Schwein vom Spieß, Tanz zu den Dudelklängen der Spielleut Dämonicus und der Spuckerey des Feuerteufels höchstpersönlich, Krämer bieten ihre Waren pfeil und Hunde tollen ungezwungen zwischen den Lagern - nur einen Steinwurf von den Errungenschaften und Zwängen der Zivilisation des Telekommunikationszeitalters entfernt.
Alles in allem ein gelungener Nachmittag/Abend mit leckerem Met einer anderen Zeit.
(Events zu meinem 30. die Siebte - nagut, eigentlich Vierte - )
Besser Du rennst!
Und wieder hält das finstre Mittelalter Einzug in die moderne Gesellschaft und hinterlässt dabei Spuren von Feuer, Blut und Sünde, denn die Spielleute von Subway to Sally gaben ein prächtiges Konzert mit Heimvorteil. Tausende pilgerten in die neue Welt, um dem Spektakel beizuwohnen, zu tanzen, zu jubeln, zu trinken und zu klatschen und einen Chor zu bilden dessen Ruf meilenweit Schrecken verbreiten sollte:
“Blut, Blut Räuber trinken Blut!
Raub und Mord und Überfall sind gut.
Hoch vom Galgen klingt es, hoch vom Galgen klingt es: Raub und Mord und Überfall sind gut!”
Trotz des routinierten auftretens der Band konnten sie die Massen problemlos mitreissen und überzeugten mit gekonnten Feuershows ob gespuckt oder gezündet (ungeachtet der Einschränkung einer Saal-Decke), sauber gespielten kniffligen Riffs und fantasievoller Kleidung. Gut zwei Stunden reihten sie Lieder aneinander, die wohl jeder im Pöbel kannte und mochte und auf Verlangen voll inbrunst mitbrüllte. Schlechte Laune und Langeweile hatten an diesem Abend keine Chance zu überleben und wurden bereits während der ersten Takte gnadenlos niedergestreckt.
Neben einigen Songs des neuen Albums wurden auch viel “altes” Liedgut zum besten gegeben, so war meiner Ansicht nach ein Höhepunkt des Abends das Kleid aus Rosen in der Akkustik-Version, der nicht zuletzt an einem meiner bisher besten Konzerte Schuld seyn sollte.
Auch hier vielen Dank für die Karte!
(das Video ist etwas älter - da ist noch der alte Drummer bei)
Wir schreiben das Jahr des Herrn 2009. Die Langboote der Heiden des Nordens - der Wikinger - erreichen unsere germanischen Küsten. Ihr Ruf hallt entlang der Klippen durch unsere Wälder: “With Oden on our Side”. Das Krächzen ihrer schwarzen Vögel fährt durch Mark und Bein. Plötzlich Ruhe. Die Silhouette eines langhaarigen, bärtigen Kriegers erscheint im schwachen Licht der Dämmerung - ein Schrei von Hunderten wird laut: Amon Amarth!
Nachdem wir mit einigen blauen Flecken die “Vorbands” in den ersten Reihen überstanden hatten, betraten die Einherjer von Amon Amarth die Planken des Flagschiffs und entflammten schon mit den ersten Riffs das Publikum. Jeder Song glich dem Ruf eines Heeres in Erwartung des Sieges der kommenden Schlacht. “Runes in our memory”, “Cry of the black birds” oder “Guardians of Asgaard” - die Setlist ließ kaum Wünsche offen. Die kraftvollen Growls ließen die Luft in hohen Wogen aufbrausen - wie ein unbändiger Sturm auf hoher See! Es war eine wahre Freude zu sehen mit welchen Herzblut die gestandenen Musiker scheinbar jedes Konzert zu einer Reise in die nordische Sagenwelt um Krieger, Schlachten, Ruhm und Ehre machen. Die Bühnenpräsenz der Skandinavier ist in ihrem Genre wohl weiterhin unübertroffen.
Vielen Dank für Karte - ein sehr gelungenes Geschenk.
Am 14. Februar 2009 kamen die Deathstars endlich mal wieder in die Hauptstadt. Im Gefolge hatten sie Sonic Syndicate. Äußerst erwartungsvoll und verwöhnt von dem 2007er Konzert der Combo kamen wir zu viert in der heiligen Halle, wo man zuvor schon Größen wie Graveworm oder The Vision Bleak bejubelt hatte, an. Da wir Sonic Syndicate bereits wenige Monate zuvor im Oktober 2008 zusammen mit In Flames im Columbia Club erlebt hatten, wollten wir deren vermeintlichen Support-Act von weiter hinten betrachten, um bei den Deathstars frisch und kraftvoll die ersten Reihen unsicher zu machen. Umso großer war unsere Überraschung, als Deathstars vor den Sonics die Bühne betraten und losrockten. Wir kämpften uns noch so weit wie möglich vor und verfolgten dann das Spektakel etwa von der Mitte aus.
Das hervorragende Konzert dauerte 5o Minuten inklusive einer Zugabe. Besonders gefallen haben uns die Filth-Screams, die neu im Gesangsrepartoir waren, und die lockere fast alberne Atmosphäre vor und auf der Bühne.
Fazit: bei nächstbester Gelegenheit sind wir wieder dabei.
Im Januar 2009 war es endlich soweit - meine bessere Hälfte, meine Eltern, ein paar Freunde und ich reisten gut 200 Jahre in der Zeit zurück und gut 10.000Km über den stillen Ozean in eine recht groteske Darstellung des Wilden Westen im Musical “Der Schuh des Manitu” - inspiriert durch den gleichnamigen Film des deutschen Comedian Bully Herbig.
Recht erwartungsvoll und bewaffnet mit einem Cowboyhut trafen wir uns bei Sonennschein und klarer, kalter Luft vor dem Theater des Westens, gierig auf die Höhepunkte der uns noch unbekannten Show. Und nur wenige Minuten später saßen wir im Saal, die Bühne im Blick, das Licht nahm ab, der Vorhang fiel. Dann folgten knappe zwei Stunden Witz, Gesang und Tanz der Extraklasse. Obwohl man die meisten Dialoge und deren Humor bereits aus dem Film kannte, wirkte es und bescherte herzhaftes Lachen, Tränen der Freude und einen leichten Muskelkater im Bereich des Zwerchfells am nächsten Morgen.
Gerade auch die “dazugedichteten Kleinigkeiten - wie die Polizeikontrolle - machten das Stück sehr sehenswert bis unumgänglich für die Liebhaber des Films.
Wie immer kam ich mit einiger Verspätung an meinem Ziel an. Diesmal handelte es sich um den legendären Friedrichstadtpalast. Passend in Schwarz eingekleidet - im Gegensatz zu vielen anderen Besuchern allerdings nur dezent und ohne Strapse - erreichten Andrea, ihre Eltern und ich die Pforten zum Musicalereignis 2008 - der “Rocky Horror Picture Show”! Obwohl im allgemeinem knapp und feminin bekleidete Männer mein Interesse nicht gerade auf sich ziehen, war ich gespannt auf die Darstellung des Kultstreifens um die Außerirdischen von Planeten “Transexual”, die es leider etwas erfolglos versuchen den perfekten Menschen/Mann zu schaffen.
Die Show war sehr lebendig und von z.T. großartiger Besetzung, die Bühnenbilder waren eindeutig und ließen dennoch Platz für Fantasien. Immerwieder nett sind Schattenspiele, wie sie auch dort eingesetzt wurden. Fliegende Klopapierrollen, Wasserspritzpistolen und ähnliches lockerten die Atmosphäre ungemein auf und machten das Ereignis zu einem Erlebnis.